FutureLearn

Heute bring ich mal einen gänzlich unpolitischen Post hier.

Manche von euch wissen bereits, dass ich aktuell an der Open University in England studiere. Diese hat vor kurzem – in Zusammenarbeit mit einigen anderen Universitäten und Organisationen – ein Projekt namens FutureLearn gestartet.

Zur Erklärung kurz ein Zitat von der „About“-Seite des Projekts:

At FutureLearn, we want to inspire learning for life. We offer a diverse selection of free, high quality online courses from some of the world’s leading universities and other outstanding cultural institutions.

Our aim is to connect learners from all over the globe with high quality educators, and with each other. We believe learning should be an enjoyable, social experience, with plenty of opportunities to discuss what you’ve studied, in order to make fresh discoveries and form new ideas.

Die bisher veröffentlichten Kurse decken ein breites Gebiet ab, von IT (was mir bekanntermaßen sehr nahe liegt) über Klimawandel und Geschichte bis hin zu Psychologie ist aus verschiedensten Gebieten etwas dabei.

Dabei sind die Kurse selbst alle sehr kurz gehalten (von 2 bis 8 Wochen mit jeweils wenigen Arbeitsstunden pro Woche) und decken dementsprechend natürlich kein tiefgreifendes Studium ab, sondern erweitern nur das Allgemeinwissen und lassen einen ein wenig in fremde Themengebiete hineinschnuppern.

Aus reinem Interesse habe ich mich, als ich die Seite fand, gleich für mehrere Kurse angemeldet. Sie erfordern ja nur wenig Zeit und da sie nichts kosten, kann ich einen Kurs ohne Weiteres abbrechen, falls er mich dann doch nicht interessieren sollte.

Wie läuft ein Kurs ab?

Screenshot einer Lektion im Kurs "Fairness and nature: When worlds collide"

Screenshot einer Lektion im Kurs „Fairness and nature: When worlds collide“

Heute war dann das Startdatum des ersten von mir ausgesuchten Kurses, „Fairness and nature: When worlds collide“ von der University of Leeds.

Dieser Kurs dauert nur zwei Wochen und hat als Arbeitslast 4 Stunden / Woche angegeben. Hier aber gleich ein wichtiger Hinweis: Als fachfremde Nicht-Muttersprachler solltet ihr lieber etwas mehr Zeit einplanen, es kommen doch immer wieder Wörter vor, die man nachschlagen muss oder man sieht sich ein Video mehrmals an. Für diesen Kurs schätze ich die reale Arbeitszeit auf eher 6 Stunden / Woche, wenn man die Forendiskussionen sehr ausführlich verfolgt noch etwas mehr.

Wann ihr diese 6 Stunden aber nehmt ist euch komplett selbst überlassen. Ob früh, mittags, abends oder nachts, hier zeigt sich der große Vorteil von Online-Kursen: es ist eure Entscheidung, ihr müsst nicht pünktlich um 10:30 Uhr zur Vorlesung erscheinen.

Der Kurs selbst ist sehr einfach aufgebaut: Wenn ihr eingeloggt seid seht ihr auf der Kursseite eine Übersicht der verschiedenen Lektionen, die ihr der Reihenfolge nach abhandeln könnt. Ihr könnt auch Lektionen überspringen oder wiederholen, das müsst ihr abhängig von eurem Wissensstand und eurer Zeit immer wieder aufs Neue entscheiden.

Eine Lektion ist immer recht kurz und besteht aus einem dieser Dinge:

  • ein kurzes Video mit einem kurzen Begleittext (meist nur wenige Minuten lang)
  • ein etwas längerer Text
  • eine Forendiskussion zu einer gegebenen Frage
  • ein kurzes Multiple-Choice-Quiz um zu überprüfen, ob ihr den bisherigen Stoff verstanden habt

Die „Prüfungen“ sind wirklich sehr simpel, ihr braucht euch keine Sorgen machen (und ihr könnt sie ja eh überspringen).

Die Forendiskussionen sind spannend und ihr erhaltet hier auch sehr schnell Rückmeldung vom Tutor. Es lohnt sich auf jeden Fall, dort mal reinzulesen, selbst wenn ihr nichts selbst beitragen wollt.

Die längeren Texte sind, nun ja, längere Texte eben, was soll ich dazu sagen? :)

Die Videos sind zumindest bei meinem Kurs die häufigste Form der Lektionen und sehr schön aufgebaut. Auch für Laien im Thema ist alles klar verständlich und schön mit Zeichnungen illustriert, außerdem gibt es (englische) Untertitel im Video und sogar immer ein Transkript zum herunterladen, wenn ihr beim gesprochenen Englisch nicht alles verstanden habt.

Oft sind den Lektionen Links zu weiterführenden Informationen beigefügt, die ihr ansehen könnt, aber nicht müsst. Auch hier gilt aber: kurz überfliegen schadet nicht, teilweise sind die verlinkten Informationen auch echt interessant.

Die Oberfläche

Zur Oberfläche der Seite kann ich leider nur weniger gute Worte verlieren. Die Seiten sind sehr spartanisch gehalten, wer sich an das große Web 2.0 gewöhnt hat wird vielleicht etwas enttäuscht sein. Auch fallen immer wieder Kleinigkeiten auf, die noch stören, wie z.B. dass man die Länge eines Videos erst angezeigt bekommt, wenn man es startet. Falls man mal kurz in einer Pause eine Lektion machen will, ist das zwar nicht wirklich schlimm, aber auf Dauer nervt es. Die Seite und das Projekt sind aber gerade im Beta-Status, also muss man mit sowas natürlich rechnen. Dafür gibt es auf jeder Seite eine Feedback-Möglichkeit um Verbesserungswünsche einzureichen und die Wünsche anderer User zu bewerten. Das Video-Thema war zum Beispiel schon eingereicht, das hab ich natürlich gleich hochgevotet. Für eine Beta-Version ist es aber ok, es bleibt abzuwarten, wie sich das weiter entwickelt.

Fazit

Alles in Allem kann ich sagen: Wenn euch ein Thema interessiert und ihr während der Kursperiode ein paar Stunden jede Woche übrig habt, lohnt es sich. Aktuell kostet es nicht einen Cent, ihr benötigt nur eine Mailadresse für euren Account und schon könnt ihr euch für Kurse anmelden. Verlieren könnt ihr also nichts. Wenn ihr feststellt, dass euch ein Kurs doch nicht oder nur wenig interessiert, bearbeitet ihr eben nur die interessanten Lektionen oder meldet euch einfach wieder vom Kurs ab.

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